Gebrauchtwagen bleiben weiter billig
Wie heute in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war, scheinen die Preise für Gebrauchtwagen trotz Abwrackprämie weiter niedrig zu bleiben. Eurotax Schwacke meint jedefalls, das auch Leute mit wenig Geld wie z.B. Studenten immernoch ein günstiges Auto finden werden. Allerdings müsse man länger danach suchen.
In Deutschland gebe es etwa 18 Millionen Autos im abwrackfähigen Alter von mindestens neun Jahren. Davon seien mehr als 13 Millionen weniger als 2500 Euro wert, sagte Bergmann. Bei der Verschrottung von zwei Millionen Autos würde sich das Angebot somit rechnerisch nur um rund 15 Prozent verringern. In der Praxis sei der Effekt sogar noch geringer, weil auch viele Autos verschrottet würden, die sonst von den bisherigen Besitzern weitergefahren worden wären und somit auch nicht auf den Gebrauchtwagenmarkt gekommen wären. Steigende Preise durch das geringere Angebot im besonders preiswerten Segment erwartet Bergmann nicht: «Die Auswirkungen sind kaum zu spüren.»
Folgen hat die Abwrackprämie allerdings für die Preise der Jahreswagen. Sie seien wegen der verstärkten Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, während das Preisniveau des Gesamtmarktes um etwa vier Prozent nachgegeben habe. Ohne Abwrackprämie wären hier die Preise ebenfalls um drei bis fünf Prozent gesunken, sagte Bergmann. Größte Verlierer seien dreijährige Modelle der oberen Mittelklasse, deren Preise im Schnitt um rund 14 Prozent abrutschten.
Befürchtungen, dass durch die große Welle an Neuwagenkäufen in diesem Jahr die Verkaufspreise in einigen Jahren besonders niedrig sein könnten, teilt Bergmann nicht. «Wir erwarten keinen riesigen Preisverfall.» Schließlich kämen die jetzt gekauften Autos über einen langen Zeitraum auf den Gebrauchtwagenmarkt, viele Käufer würden ihr Fahrzeuge lange nutzen wollen, und der Markt für die derzeit besonders begehrten Kleinwagen werde ohnehin immer größer.
Der durch die Abwrackprämie ausgelöste Boom bei Kleinwagen hat unterdessen die Zahl der in Deutschland verkauften Diesel-Pkw auf einen Tiefstand sinken lassen. Mit 28,3 Prozent sei der Anteil der Diesel-Fahrzeuge an den im März verkauften Pkw auf den niedrigsten Wert seit 2000 gefallen, berichtete der Automobilexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Im November 2007 hatten dieselbetriebene Autos noch 49,9 Prozent an den gesamten Autoverkäufen in Deutschland ausgemacht. Das war ein historischer Höchststand.
Strengere Abgasanforderungen und ein voraussichtlich bereits ab dem kommenden Jahr steigender Anteil an Benzin-Hybrid-Fahrzeugen werden nach Einschätzung des Experten den Diesel-Anteil auch langfristig unter Druck setzen. Nach Auslaufen der Abwrackprämie sei jedoch im kommenden Jahr wieder mit einem Anstieg des Diesel-Anteils zu rechnen. Der Stand des Jahres 2007 mit einem Anteil von fast 50 Prozent werde jedoch nicht wieder erreicht werden. Zu den Verlierern dieser Entwicklung zählten die deutschen Autobauer, da der Diesel eine ihrer Kerntechnologien sei.